Jacqueline Pfeifer verkündet Rücktritt

„Aufhören, wenn es für mich am schönsten ist“

Siegen (pst). Die Skeletonfahrerin Jacqueline Pfeifer hatte geladen und rund 20 Medienvertreter und Familienmitglieder waren in die gute Stube einer Siegener Brauerei gekommen. Pfeifer, die erstmals eine Pressekonferenz einberufen hatte, nannte den Grund: „Ich habe über den Sommer viele Gespräche geführt und für mich beschlossen, dass ich meine Karriere im Skeleton beenden werde. Ich wollte jetzt aufhören, wenn es für mich am schönsten ist.“
Damit endete eine große Laufbahn im deutschen Wintersport. Nach 19 Jahren Wettkampfsport und über einem Jahrzehnt war Jacqueline Pfeifer im deutschen und internationalen Skeletonsport herausragend. Drei Mal war sie Gesamtweltcupsiegerin, drei Mal war sie bei Olympischen Spielen am Start. Nach der Silbermedaille im südkoreanischen Pyeongchang 2018 blieb sie 2022 in China ohne Edelmetall. Es folgten Anfang dieses Jahres auf der Bahn im italienischen Cortina d‘Ampezzo Bronze im Einzel und in der erstmals bei Olympia ausgetragenen Mixed-Team-Staffel. Zahlreiche weitere Gewinne unter anderem bei Weltmeisterschaften und Topplatzierungen stehen für die 31-jährige Brachbacherin zubuche. Nun verkündete die Athletin der RSG Hochsauerland, die in der Saison 2015/2016 erstmals im Weltcup startete, bei der Pressekonferenz in ihrer Geburtsstadt Siegen ihren Rücktritt. Großes Lob gab es vom anwesenden Bundestrainer Christian Baude, der mit Pfeifer noch als Athlet zusammen im Europacup unterwegs war. Baude sagte: „Ich bin sehr stolz auf dich, was du in den letzten Jahren erreicht hast.“ Ihm werde vor allem der Mensch „Jacka“ fehlen, so Baude.
Die Sportlerin der RSG Hochsauerland möchte nun erstmal „abtrainieren“, aber auch den Nachwuchs am Stützpunkt in Winterberg fördern. Thomas Kurschilgen, Bundesstützpunktleiter und Geschäftsführer NWBSV, erklärt: „Jacqueline Pfeifer hat den Skeletonsport über viele Jahre auf höchstem internationalen Niveau geprägt. Ihre außergewöhnlichen Erfolge stehen für Leidenschaft, Willensstärke und große Zielstrebigkeit. Umso mehr freut es uns, dass sie dem Bundesstützpunkt Winterberg mit ihrer Erfahrung und ihrer großen Verbundenheit zum Skeletonsport erhalten bleibt und künftig die Nachwuchsarbeit des NWBSV unterstützen wird.“
Über die Unterstützung der Weltklassesportlerin in der Nachwuchsarbeit sagt Kurschilgen: „Für den NWBSV ist dies eine besondere Chance. Die Erfahrung einer Athletin, die über viele Jahre zur Weltspitze gehörte und auf allen großen internationalen Bühnen erfolgreich war, ist für unsere jungen Sportlerinnen und Sportler von unschätzbarem Wert.“