Altenberg/ Oberhof (pst). – Das Wochenende ging nach dem Skeleton-Weltcup-Sieg für Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland erfolgreich weiter für die Kufensportler aus dem Bereich des Nordrhein-Westfälischen Schlittensportverbandes (NWBSV). Allen voran hatte Bobpilotin Laura Nolte vom BSC Winterberg Grund zum Jubeln. Beim Abschluss der Weltcupsaison in Altenberg sicherte sich Nolte sowohl im Monobob als auch im Zweierbob und natürlich in der kombinierten Wertung für beide Disziplinen die Gesamtwertungen im Weltcup. Im Monobob reichte beim Sieg der US-Amerikanerin Kaillie Abruster-Humphries vor der Australierin Bree Walker Platz drei, um den Gesamtweltcup vor Walker zu gewinnen. Lisa Buckwitz (BRC Thüringen) wurde in Altenberg Vierte und Gesamtdritte.
Im Zweierbob ging Nolte wieder mit Anschieberin Deborah Levi (SC Potsdam) ins Rennen. Es war dann wie immer, wenn die beiden Olympiasiegerinnen von vor vier Jahren in dieser Saison zusammen starteten, sie gewannen und das eindrucksvoll mit dem Bahnrekord von 55.96 Sekunden im ersten Lauf und dem Startrekord von 5.50 Sekunden im zweiten Lauf. Mit einer Zeit von 1:52,33 Minuten in zwei Läufen distanzierten Nolte / Levi Armbruster-Humphries und ihre Anschieberin Jasmine Jones mit neun zehntel Sekunden Abstand. Kim Kalicki (Eintracht Wiesbaden) / Lauryn Siebert (BSC Winterberg) sorgten als Dritte für eine weitere Podiumsplatzierung für Deutschland und den NWBSV. Der Buckwitz-Zweierbob, auf dem mit Kira Lipperheide (TV Gladbeck) eine weitere NRW-Athletin dabei, wurde Sechster. Nolte sagte nach dem Zweierbob: „Wir sind mega-happy. Das waren zwei perfekte Läufe und zwei super Startzeiten. Im ersten Lauf hatten wir schon Startbestzeit, da war aber viel Wind und wir wussten, wir können noch mehr. Aber dass es gleich eine 50 wird, damit hätte ich auch nicht gerechnet. So können wir mega-happy nach Hause fahren. Das war eine perfekte Saison bisher, ich bekomme in allen drei Disziplinen die Kugel. Da geht auch ein Riesendank an alle Anschieberinnen raus, vor allem an meine Mädels, aber auch an alle. Vor allem die Monobob-Tage sind für sie extrem anstrengend und die könnte ich alleine gar nicht schaffen. Daher bin ich da immer auf Unterstützung angewiesen, und dafür bin ich einfach sehr dankbar.“ Der aus Winterberg stammende Bundestrainer René Spies lobte: „Das war heute überragend von Laura und Debbie, mit Start- und Bahnrekord und zwei tollen Läufen. Das habe ich von einem Damenteam hier so noch nie gesehen, das war herausragend. Sie sind die verdienten Siegerinnen, und alle können gesund in die Vorbereitung gehen.“ Laura Nolte und ihr Team sind also gut gerüstet für die Olympischen Winterspiele im Februar.
Im Viererbob erreichte Anschieber Matthias Sommer vom BSC Winterberg in Altenberg im Bob von Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) Platz drei hinter dem Siegerteam von Adam Ammour (Eintracht Frankfurt) und dem Bob von Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude). Die drei deutschen Bobs trennten nur knappe 15 Hundertstel.
Europameisterschaftstitel für BSC-Rodlerin Rosentahl
Auch in Oberhof gab es beim Weltcup der Damen-Doppelsitzer einen neuen Bahn- und Startrekord. Dabei sicherten sich Jessica Degenhardt (RC Altenberg) und Cheyenne Rosenthal (BSC Winterberg) zusätzlich bei der Race-in-Race ausgetragenen Europameisterschaft EM-Gold. Die Startzeit von 7.567 Sekunden im ersten Lauf bedeutete Startrekord. Der zweite Durchgang brachte mit der Laufzeit von 41.952 Sekunden den Bahnrekord. Der Vorsprung betrug fast zwei Zehntel auf die Silbergewinnerinnen Selina Egle und Lara Kipp aus Österreich. Die Bronzemedaille gewannen Dajana Eitberger (RC Ilmenau) und Magdalena Matschina (SV Bad Feilnbach). Für das Youngster-Damen-Doppel Elisa Storch und Pauline Patz (RT Suhl / SV Schmalkalden) standen am Ende des Tages gleich drei verschiedene Ergebnisse zu Buche: In der Weltcup-Wertung wurden sie Fünfte, in der EM-Wertung starke Vierte und im U23-EM-Klassement gewannen sie Gold. Die Silbacherin Rosenthal sagte nach dem vorletzten Weltcup des Winters: „Das war ein Traum-Rennen heute, auch wenn wir uns auf dem Schlitten unsicher waren, weil wir kleine Fehler drin hatten. Aber ich denke, wir lagen dann gut auf dem Schlitten drauf und wir wussten, dass wir das fahren können. Der erste Lauf hat uns nochmal Stärke für den zweiten Lauf gegeben. Wir haben versucht, nochmal alles zu geben.“ Nach dem Sieg auf der VELTINS-EisArena am Vorwochenende war es der dritte Weltcupsieg für sächsische-sauerländische Duo in diesem Winter. Während die qualifizierten Bobfahrer und Skeletoni sich nun auf Olympia vorbereiten, dürfen die Rodler am kommenden Wochenende erneut in Oberhof zum Abschluss des Weltcups starten.
Foto: Michael Kristen / FIL
